Stephan Voswinkel
Aktuelles
Arbeitsschwerpunkte
Neuere Projekte
Texte
Stationen
Links
Industrielle Beziehungen

Unter “industriellen Beziehungen” versteht man die Regulierung von Arbeitsverhältnissen und –bedingungen auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene durch verschiedene Akteure und Regulierungsinstrumente. In Deutschland spielen die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände nach wie vor eine im internationalen Vergleich wesentliche Rolle, ebenso wie die Interessenaushandlung zwischen Unternehmen und Betriebsräten. Auch dort jedoch, wo z.B. keine Betriebsräte existieren, werden Arbeitsbeziehungen reguliert, durch soziale Standards und Gewohnheiten, die sich aus den Bedingungen des Arbeitsmarkts, der Arbeitskooperation, der Machtverhältnisse verschiedener Gruppen von Beschäftigten und Teilen des Managements ergeben, oder aber durch einseitige Bestimmung des Arbeitgebers. Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, Gesetze und Arbeitsverträge sind wesentliche rechtsförmige Instrumente der Regulierung von Arbeitsbeziehungen. Die Beziehungen der verschiedenen Interessenträger weisen zwischen Berufen, Unternehmen, Branchen usw. unterschiedliche spezifische kulturelle und Interaktionsmuster auf, die auf die konkreten Regulierungsinhalte und –formen wesentlich einwirken. Weil Verbände bei der Regulierung wesentlich mitwirken, ist die Soziologie von Verbänden ein wichtiger Teil der Soziologie industrieller Beziehungen. Diese untersucht nicht nur “industrielle” Beziehungen in der Industrie. Der Begriff ist vielmehr eine missverständliche Übertragung des englischen Terminus “industrial relations”, wobei dort “industry” auch “Gewerbe” im allgemeinen Sinne meint – etwa als “hotel industry”.