Stephan Voswinkel
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Wirtschaftssoziologie

Wirtschaftssoziologie lässt sich zum einen verstehen als Soziologie der Wirtschaft, ihrer Organisationen und Märkte, zum andern als Soziologie wirtschaftlichen Handelns. Diese Perspektiven sind deshalb nicht identisch, weil wirtschaftlich auch in anderen Feldern gehandelt wird, etwa wenn religiöse Organisationen Spenden sammeln, Kirchen über das Verhältnis von Aufwand (Seelsorge und Caritas) und Ertrag (Kirchensteuer) nachdenken oder die Wissenschaft nicht nach Wahrheit, sondern nach der Einwerbung von Drittmitteln fragt. Andererseits geht es in Wirtschaftsorganisationen nicht nur um Ökonomie, sondern auch etwa um Kultur, Intrigen, Identität, Gerechtigkeit, Tradition und Macht. Dass sich die Wirtschaftssoziologie als eigene Sub-Disziplin ausgebildet hat, drückt allerdings auch die Verselbständigung gesellschaftlicher Teilbereiche aus, in denen ökonomisches Handeln im Vordergrund steht, und reflektiert zugleich die gesellschaftliche Legitimation ökonomischen Handelns in unserer Gesellschaft. Hierin unterscheidet sich die moderne (Markt- oder kapitalistische) Gesellschaft in normativer Weise von anderen Gesellschaften, in denen ökonomisches unmittelbarer mit anderen Formen des Handelns (Moral, Macht, Gewalt, Religion) verbunden war bzw. ist.

In der Wirtschaftssoziologie konzentrierte ich mich bisher auf das Verhältnis von Markt, Moral und Leistung/Erfolg sowie auf die Reputationsbeziehungen und –strategien von Unternehmen.